H2Lb Teamevent

Dieses Jahr beschloss das vernünftige H2B seinen Ruf als der Bierkonsument des Vereins zu wandeln. Das soll sich ändern! Es kann nicht sein, dass eine Sportmannschaft bekannt für ihre Bierbauchdiversität ist. Nun, die naheliegendste Idee zur Veränderung ist, nicht nur Konsument zu sein, sondern auch Produzent!

Klar, die Idee fand Anklang und wurde von der Bierzarin Olga (alias Schöggu) befehligt. Am Samstagmorgen um neun stand also die Equipe bei Schöggu auf der Matte. Mit einer ♥-lichen Begrüssung mit Kaffee und Gipfeli wurde man empfangen und in die Künste des Bierbrauens eingewiesen. Bier brauen muss man wissen, ist nicht einfach ein bisschen Weizen, Hopfen und Gerste aufkochen und dann in Flaschen abfüllen, dazu gehört einiges mehr. An dieser Stelle sollte ich euch verraten, wie das dann ganz genau funktioniert, aber welcher Sternekoch verrät denn seine Rezepte? Okay, ja schon gut, so einige wie Jamie Oliver, Rene Schudel, Bumann und wie sie sonst noch alle heissen. Also, zuerst beginnt man mit einer gründlichen Reinigung des Braumeisters, nein, Schöggu war sauber und frisch geduscht, du Schrulle (eine Schrulle ist unter den Braumeistern ein ungelernter Hilfsarbeiter). Der Braumeister ist der Brautopf, der eine Pumpe, eine Heizspirale und verschiedene Siebeinsätze hat. Nach der Reinigung muss dann der Braumeister programmiert werden, weil die Kochzeiten je nach Bier unterschiedlich sind. Wir haben uns an ein Kölsch gewagt, weil man dieses nach dem Brauen bei 20 °C vergären kann, ansonsten müsste man einen recht grossen Kühlschrank  zur Verfügung haben.

Das Bier muss vier verschiedene Phasen durchlaufen:
Beim Schroten werden die Getreidesorten verhäckselt, damit das Innere des Korns freigelegt wird. Wir konnten diesen Schritt auslassen, da die Grundzutaten bereits geschrotet waren.
Beim Maischen werden die Grundzutaten mit Wasser zusammen im Braumeister erwärmt, um die Inhaltsstoffe herauszulösen. Durch die Dauer und die Temperatur wird die Qualität beeinflusst.
Beim Läutern werden die festen Teile von der Flüssigkeit getrennt. Diese Flüssigkeit heisst Würze.
Beim Kochen wird die Würze effektiv eine Stunde lang gekocht unter Zugabe von Hopfen. Zum Schluss wird die ganze Suppe geklärt und abgekühlt mittels einer Kühlspirale.
Der ganze Brauprozess dauerte insgesamt von etwa 10 Uhr bis 21 Uhr abends. Das war jetzt nur die Kurzfassung, wer mehr erfahren möchte, kann sich an uns wenden.

Nun ja, wer nun denkt, dass 11 Männer den ganzen Tag um den heissen Topf tanzen und darauf warten, bis ihr Doppublock nun endlich fertig ist, die irren sich GEWALTIG. Klar warten wir nicht und müssen uns darum noch mit dem selbst gekauften Bier verpflegen. Bierbrauen ist so ein Punkt auf der Liste im Männerleben, den man sehr gerne abhakt. Dazu gehört auch, einen Baum pflanzen. Hast du dir schon mal überlegt, was passiert, wenn du den Baum am falschen Ort pflanzt und das erst nach ein paar Jahren bemerkst, weil dort ein Velounterstand hin soll? Also, ein Baum hat verschiedene Wurzeln, da wären die Hauptwurzel in der Mitte und die vielen kleineren lästigen drum herum. Man muss also ein Loch rundherum graben und alle diese fiesen kleinen (immerhin mehrere cm dick) durchtrennen. Dann nehme man eine Slackline und befestige sie am oberen Stumpf (Ja, dein Physiklehrer würde dir das so empfehlen, ganz zuoberst wegen dem Hebelgesetz (Moment, aber ein Baum hat doch Äste und keine Hebel …) und das andere Ende an einem bombenfesten Ort, da bot sich ein robusterer Nachbarsbaum gerade an. Mit vereinten Kräften haben wir den Kampf nach 3 Stunden gewonnen und posierten stolz über dem 2-Meter-Bäumchen.

So harte Arbeit macht einen Bärenhunger. Logisch, zu Bier und stahlharten baumfällenden Jungs  gehört auch ein ordentliches Grillvergnügen, wer mag denn nicht über glühenden Kohlen und Flammen bruzelnde geräuchte laktose- und glutenfreie vegane Fleischimitatwürstchen? Okay, sorry, das war nur meine Ausnahme. Dazu gab es einen herrlichen Kartoffelgratin von der Gastgeberin und ein Paar mitgebrachte Salate und zum Schluss ein legendäres Dessertbuffet.

Bier allein ist eigentlich nur die halbe Wahrheit. Stell dir vor, du sässest an einem heissen Sommertag nach einer anstrengenden Velofahrt in einer idyllischen Gartenbeiz und die Kellnerin stellt dir eine Flasche frisch gekühltes Bier hin und öffnet den Bügelverschluss mit einem gekonnten PFFFFFFFFF. Die kondensierten Tropfen laufen vom Flaschenhals runter über die Etikette und werden von einem klassischen Karton aufgesaugt. Genau da war die Flasche, der Bügelverschluss und die Etikette. Ja, mein guter Leser, das Zeugs fällt nicht vom Himmel. Die Flaschen müssen gewaschen und sterilisiert werden. Die alten Etiketten müssen abgelöst und die Flaschen neu beklebt werden, resp. die Eigenmarke braucht ja auch eine eigene neu designte Etikette. Es soll einen speziellen Volleyballnamen bekommen und heisst «Doppublock». Das Bier muss noch eine Weile nachgären und abgefüllt werden. Es sollte nach 2–3 Wochen an der Kühle genussreif sein. Das Bier gibt es nur an wenigen Daten an der tollen Buvette in der Beundenhalle zu geniessen, das erste Mal am Supersamstag vom 2.12. Der Erlös vom  H2B-Premiumbier kommt der Klubkasse zugute. Ich hoffe, es schmeckt dir. Wenn du es trinkst und dich fragst, was diese wohl erfrischende Aromaexplosion ausmacht, dann gebe ich dir einen Tipp: «Frag besser nicht, das willst du nicht wissen!!!»