Turnierbericht BRONZE-Phase U23-SM

Der 19. Februar 2017 war bereits seit langem rot angestrichen im Kalender vom VBC NIDAU! An diesem Tag sollten die Junioren U23 die erste von drei Phasen der diesjährigen Schweizermeisterschaft bestreiten. Nun, da sich unter den 7 verbleibenden Teams (die Walliser haben sich ohne Ersatz kurzfristig zurückgezogen) keines so richtig für die Durchführung erwärmen konnte, fanden sich in Nidau im Schlepptau von Fäbu Kopp ein paar mutige und engagierte Clubmitglieder und organisierten in Biel einen würdigen Anlass und Start in eben diese Schweizermeisterschaftsperiode!

Nidau war also bereit und die Jungs waren bis in die Fingerspitzen motiviert, vor heimischem Publikum ihr bestes Volleyball zeigen zu können. Gleich im ersten Spiel legten sie Jungspunde los wie die Feuerwehr! Service-As, Monsterblocs und Hammersmashs waren zu sehen. Volero Zürich dabei der dankbare Gegner, der dies auch zuliess. BÄM! – erster Satz und damit erster Punkt gewonnen!

Auch im zweiten hatten die Einheimischen immer die Nase vorn, bis ab 20:16 nicht mehr viel zusammen passte und der Satz abgegeben werden musste = Entscheidungssatz – und es werde sich herausstellen – auch das Ticket zum Kreuzvergleich… Souverän bis zum Seitenwechsel, Überzeugend bis zum 12:8, zittrig zum 12:11. Es benötigte einen mutigen Coachentscheid und die Einwechslung des Wolfs, um den wichtigen 13. Punkt zu erzielen. Dann war der Mist gekarrt – dachten alle, ausser der zweite Schiri, welcher die Intervention des unterdessen wieder eingewechselten Marvin als Netzberührung sah. Statt 15:11 also 14:12 – Timeout Nidau. Keine Ahnung mehr ob es ein Servicefehler, ein Angriffspunkt, ein Block oder was auch immer war – NUN gehörte der Punkt den Nidauern und damit auch der SIEG!

Keine Zeit zum feiern. In der andern Halle warteten die Hühnen von Lausanne mit den schnellen Armen. Dass sie nicht nur die Nase weit oben trugen, zeigten sie bereits beim Einschlagen. Doch eine alte Volleyballweisheit besagt, dass jedes Spiel zuerst gespielt werden muss… Und Nidau war tatsächlich in der Lage mit viel Energie und Euphorie Paroli zu bieten. Auffallend wiederum der Wolf, welcher auch mal einen Block ins Leere springen liess. Dass es schliesslich nicht zu einem Satzgewinn reichen würde bedauerten die Beteiligten eher gegen Ende des Turniers denn unmittelbar.

Die Mats-Pasta-Mittagspause (Merci Mats) und das anschliessende Warten auf Smash-05-Laufenburg-Kaisten bekam den Jungs nicht besonders gut. Spielerisch war das gar nicht mal so schlecht, wurde aber von den Spielern fast nicht bemerkt! Es fehlte der Wille und die Spritzigkeit um den Exploit zu verwirklichen – Fazit: 0-2. Also wurde wieder die Halle gewechselt um den möglichen Kreuzvergleich-Gegner zu beobachten. Okey!! Es war schwierig zu definieren, ob nun der starke oder der noch stärkere Gegner die bessere Auslosung sein würde. Hauptsache schnelle Pässe und Haudrauf schien das Motto der 12 Akteure zu sein. Gleichzeitig schien auch Lausanne in ihrem letzten Spiel gegen Volero die Aufstellung eher beim Würfeln definiert zu haben, denn nach statistischen Werten… aber sie besannen sich und erfüllten trotzdem ihre Pflicht, so dass eben Nidau in die Barrage steigen konnte.

Dass sich Jona und Emmen (oder doch Luzern?!?) nichts schenkten und erst im dritten Satz die Entscheidung suchten, sollte Nidau nur recht sein – je müder die waren, desto mehr Chancen für die Seeländer! – Wir bekamen es mit Jona zu tun. Nach gefühlten 3 Minuten Spielzeit und 10 Service von Jona stand es 8:2 (bei 2 Servicefehlern notabene…) und wir durften erkennen, dass es eben doch einen Unterschied macht 2-3 mal oder 6-8 mal zu trainieren in der Woche – da kamen richtige Geschosse, knapp übers Netz und wenn sie dort nicht hängen blieben und in unser Feld kullerten, waren sie gut plaziert und knapp im Feld. Wir erreichten trotzdem noch 19 Punkte, was einerseits für unsere Moral, aber durchaus auch für unsere Qualitäten spricht. Denn wenn die Annahme erfolgreich war, hatten wir durchaus Mittel, den Gegner zu ärgern.

Aber zu mehr reichte es dann trotzdem nicht, schon nur der Umstand, dass die Beine im vierten Spiel oder 9. Satz doch langsam schwer wurden verunmöglichte den Exploit und man erinnerte sich doch leise an die Möglichkeiten in den Spielen gegen Lausanne und Smash… Nichts desto trotz: der VBC NIDAU hat in die Top Ten der Schweizer Volleyball Elite U23 geschafft und das grosse Reservoir an hungrigen, neugierigen, motivierten Junioren im Club spricht dafür, dass es auch ein nächstes Jahr geben könnte.

Zum Schluss möchte ich noch ein Wort über die Schiedsrichter verlieren. Letzthin lese ich in der Volleyball-Welt immer und immer wieder Berichte, bei denen die Schiedsrichter anscheinend immer umstrittene Entscheide fällen und immer natürlich gegen sich und dann dafür verantwortliche sein sollen, dass das Team nicht gewonnen hat. HIER und JETZT schreibe ich, dass wir an diesem Turnier eine sehr gute Schiedsrichterleistung erhalten haben und dass die Unparteiischen das nötige Fingerspitzengefühl gezeigt haben, das Spiel Spiel werden zu lassen – RESPECT!